Löwenzahn – alles andere als ein “Un”Kraut

Die ersten grünen Stängel des vielseitigen Wunderkrauts sind nicht nur bei Kaninchen ein beliebter Snack. Wenn der Frühling Wiesen und Gärten zu neuem Leben erweckt, finden sich auf so manchem Rasenstück etliche der später sonnengelb blühenden Pflanzen aus der Familie der Korbblütler. Im arabischen Raum wurde der Löwenzahn bereits im 10. und 11. Jh. erwähnt. Im europäischen Raum wurde er jedoch erst in der Rennaissance unter dem Namen „rostrum porcium”, was Schweinerüssel bedeutet beschrieben. Seinen Platz als Heilkraut bekam er schließlich im 16. Jahrhundert zugewießen.

Heute ist der Löwenzahn ein bekanntes und weit verbreitetes Wildkraut, das vermutlich aus Zentralasien stammt und sich von dort in Richtung Europa ausgebreitet hat. Heilende Wirkung verspricht der Löwenzahn bei Galle- und Leberleiden, da er die Galleproduktion in der Leber anregt und den Fettstoffwechsel verbessert. Auch bei Gelenkbeschwerden wie Rheuma und Arthrose wird dem Allrounder in der Volksheilkunde eine positive Wirkung bescheinigt. Eine seiner wichtigsten Eigenschaften ist auch sein harntreibender und somit entwässernder und entgiftender Charakter. Der Löwenzahn findet bei Harnwegsinfekten erfolgreichen Einsatz in Form von Löwenzahnwurzel-Tee.

Die Wurzeln werden im Frühjahr, wenn sie ihre höchste Kraft haben, gestochen und getrocknet. Pro Tasse setzt werden dann zunächst 2TL getrocknete Wurzeln über Nacht in kaltem Wasser angesetzt ( 8 TL / Liter). Am nächsten Tag kocht man den Sud auf, giesst ihn ab und trinkt davon täglich mindestens drei Tassen.

In die moderne Küche finden die würzigen Stengel im neuen Super-Food ihren Einzug und beehren nun grüne Smoothies, Salate oder Suppen mit ihrer Anwesenheit. Löwenzahn versorgt den Körper mit Vital- und Mineralstoffen und ist ein echter Superheld was Vitamine betrifft. Die Vitamine A, C und E, Calcium, Magnesium und Eisen wohnen in seinem Inneren, bereit von uns verspeist zu werden und unserer Gesundheit zu dienen. Zur Entschlackung wird das herbe Kraut noch vor der Blüte in den Monaten April und Mai gesammelt und findet bei Frühjahrskuren Anwendung. Ein wahrer Jungbrunnen ist dieser leckere Salat, der die Schlacken des Winters aus dem Körper löst und die Seele befreit:

300 g Löwenzahn sammeln, putzen, waschen, trocknen und klein schneiden. Die Blätter von 2 Zweigen Salbei sowie 1 gehackte Schalotte in 1 EL Öl andünsten und zum Löwenzahn geben. Den Bratfond mit 100 ml Gemüsebrühe ablöschen, 2 TL körniger Senf und 3 EL Balsamico Essig einrühren. Salzen und pfeffern. Etwas abkühlen lassen und 4 EL Olivenöl mit dem Schneebesen unterschlagen. Das Dressing auf den Löwenzahn geben. (Quelle: Thea – Kochbuch für Hexen)

Die Pflanze mit den fliegenden Schirmchen hat zahlreiche Namen und ist im Volksmund bekannt als Pusteblume, Kuhblume, Bettseicher oder Märzenbusch, um nur einige wenige zu nennen. Auch äusserlich findet der fröhliche Löwenzahn durch seine entzündungshemmende Wirkung Anwendung. Zur Behandlung von Hautunreinheiten, Warzen und Hühneraugen trägt man mehrmals täglich den Pflanzensaft auf die betroffenen Hautstellen auf. Verwendung finden in der Heilkunde alle Pflanzenteile: Wurzel, Stengel/Blätter und Blüten. In der Wurzel stecken die meisten Wirkstoffe, die Blüten sind jedoch auch essbar und zieren z. Bsp. Salate und Kaltgetränke während der Blütezeit.

Ein besonderes “Schmankerl” zum Schluss: Der Löwenzahn-Kaffee
Dazu werden die zerkleinerten und getrockneten Wurzeln in einer Pfanne ohne Fett geröstet. Stetig wenden, damit nichts anbrennt. Anschließend werden die gerösteten Stücke in einer Kaffeemühle zu Pulver gemahlen. Einen Teelöffel Löwenzahnwurzelpulver mit einer Tasse Wasser kurz aufkochen und nach Geschmack ziehen lassen (1/2 bis 1 Minute).