Köstlicher „Stinker“ (Gastbeitrag von Petra Hirsch)

Er soll gegen Vampire helfen, Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen, wirkt antibakteriell u.v.m.. Für mich ist er vor allem ein unverzichtbarer Küchenbegleiter und geht bei uns zu Hause nie aus. Knoblauch wird seit tausenden von Jahren kultiviert. Mutmaßlich wurde der „Urknoblauch“ schon vor ca. 5.000 Jahren in Zentralasien angebaut. Und kam später von dort über den Vorderen Orient bis nach Europa. Zwischenzeitlich wird er weltweit angebaut bzw. kommt auch verwildert vor.

In Ägypten wurder als heilige Pflanze angesehen. Und daher den Pharaonen als Grabbeigabe mitgegeben. In China wird die Knolle seit ca. 2.000 vor Christus genutzt. Und römische Ärzte, die in ein neues Land kamen, pflanzten stets umgehend Knoblauch an. Knoblauch ist eine kahle Pflanze, die bis zu 70 Zentimeter hoch wird. Im Boden befindet sich eine Hauptzwiebel, die aus mehreren Knoblauchzehen besteht. Er gehört zu den Lauchgewächsen und blüht von Juni bis August. Knoblauch ist in weiten Teilen der Welt als Gewürz und Gemüse bekannt und verbreitet. Am meisten wird er in der mediterranen Küche verwendet.

Alle kennen „Spaghetti aglio e olio“, „Aioli“ oder „Tzatziki“. Knoblauchzehen sind in vielen Ländern frisch oder eingelegt in eine Salzlake oder in Öl erhältlich.

Er wirkt allgemein geschmacksverstärkend und wird daher für zahlreiche Braten-, Schmor-, Fisch- oder Eintopfgerichten genutzt. Er sollte nur geschnitten, gehackt oder mit einer Gabel zerdrückt werden. Knoblauchpressen ist eher ungeeignet. Und er darf nur angeschmort bzw. gekocht und auf keinen Fall beim Braten braun werden. Dann ist das Gericht verdorben. Sollte das passieren, hilft nur wergwerfen und eine neue Zehe in frischem Öl neu anschwitzen.

Eines unserer Lieblingsrezepte mit Knoblauch nennen wir familienintern „Garnelen satt“. Es geht schnell und schmeckt wirklich köstlich. Vor allem an kalten Wintertagen. Vorzugsweise am späten Samstag-Nachmittag. Gerne stelle ich es hier vor:

Auf dem Landauer Wochenmarkt hole ich bei Familie Segieth von Fisch-Berger leckere rohe Riesengarnelen. 6-8 Stck. pro Person sollten es schon sein. Geschmack und Qualität sind natürlich 1A! Dazu kaufe ich noch ein paar kleine, feste und nicht zu süße Tomaten. Jetzt noch ein frisches Baguette im „Pergamino“. Das kommt nämlich täglich frisch aus dem nahen Frankreich.  Die restlichen Zutaten habe ich immer zu Hause.

Dort werden die Garnelen später von der Schale befreit und in eine Auflaufform gelegt. Dazu kommen die Tomaten, welche ich ein bisschen kreuzweise einschneide. Und dann 3-5 Zehen Knoblauch in dünnen! Scheiben. Ich bevorzuge den getrockneten, auch wenn es auf dem Wochenmarkt frischen gibt. Er schmeckt einfach intensiver)

Darüber streue ich reichlich frischen Rosmarin und ein bis zwei scharfe Peperoni-Schoten in Streifen. Dann wird großzügig mit Meersalz aus der Mühle gewürzt. Und das Ganze ebenso großzügig mit einem guten! eher fruchtigen Olivenöl übergossen.

Nun kommt die Schale mit den „Tierchen“ in den gut vorgeheizten Backofen. Bei ca. 210 Grad für ca. 10 -15 Minuten. In den letzten 2 Minuten schalte ich den großen Grill an. Das Ganze soll gut „blubbern“, die Tomaten leicht aufgeplatzt und die Garnelen innen noch glasig sein. In der Zwischenzeit wird der Tisch gedeckt, das Baguette kurz im Backofen mit „aufgeknuspert“ und in dicke Stücke geschnitten und natürlich der Wein geöffnet. 

Der passende Weintipp kommt von Alexander Sperk vom Pfälzer Weinblog:

„Was passt besser zu “Garnelen satt” als ein Schaumwein? Meeresfrüchte und Champagner sind grundsätzliche eine wunderbare Kombination. Aber auch die Pfalz hat Sekt zu bieten, der höchsten Ansprüchen genügt. Gut vorstellen könnten wir uns hier etwa den Muskateller-Sekt Brut nature der Edenkobener Winzerin Nicole Graeber. Schöne Fruchtaromen, feine Perlage – das veredelt die Garnelen. Natürlich geht auch ein Riesling, allerdings sollte er etwas Restsüße und durchaus Fruchtaromen haben. Wie beispielsweise der Kalkmergel-Riesling des Südpfälzer Winzers Jürgen Graf (Weyher), der stets auf die Balance zwischen Frucht, Mineralität und Säure achtet. Eine andere Alternative zu dem Gericht wäre ein Sauvignon Blanc – für alle, die es fruchtig-frisch mögen… „

Und noch ein Tipp zur Geruchsvermeidung: Sie gehen auf Nummer sicher und essen „Garnelen satt“ nur vor arbeitsfreien Tagen. Ich selbst schwöre darauf, den Keim aus den Zehen zu entfernen und den Knoblauch zu schneiden, statt zu pressen. Funktioniert bei uns bis jetzt immer! Alternativ rettet frische Petersilie den Bürofrieden am nächsten Tag ;-)

Gutes Gelingen wünscht Ihnen

Ihre Petra Hirsch

 

Die Gastbloggerin:

Mein Name ist Petra Hirsch. Ich bin 1965 geboren und in Thüringen aufgewachsen. Nach verschiedenen Stationen in Deutschland und einer in Österreich sind mein Mann und ich seit Oktober 2015 Wahlpfälzer. Seit März 2016 betreiben wir hier das „Maximilians Boutique-Hotel“ in Landau. Meinen Hotelblog über das Maximilians betreibe ich seit Anfang 2015. In meinen Beiträgen geht es natürlich um viele kleine und große Geschichten rund um die Hoteleröffnung und den (All)Tag im Hotel. Dazu gibt es Tipps und Berichte aus der Region Landau/Südliche Weinstraße und natürlich zum Thema Wein und Genuss.

1 Kommentar zu “Köstlicher „Stinker“ (Gastbeitrag von Petra Hirsch)

  1. Mein erster Gastbeitrag :-)
    Danke lieber André für die Einladung hierzu, Und wie schön, dass Alexander den passenden Weintipp dazu geliefert hat.
    Vor allem aber freut es mich, dass wir die Kontakte, die aus unserer “Ersten Pfälzer Blogparade” (https://www.facebook.com/groups/ErstePfaelzerBlogparade/) entstanden sind, weiter vertiefen. Uns inspirieren und austauschen, Netzwerken.
    Ich freue mich auf unsere nächsten Begegnungen und auf weitere spannende Projekte.

    Bis dahin verbleibe ich mit einem

    “Zum Wohl die Pfalz”
    Petra

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